Neues Bauen auf historisch bedeutsamen Grund
[am Beispiel des Dresdner Neumarktes]
Die Rekonstruktion der Frauenkirche war wohl auch deshalb so erfolgreich,
weil die Nutzung des Gebäudes die Gleiche blieb. Da sich die
Funktionen und auch die Ansprüche der Bürgerhäuser seit 1945 verändert
haben, muss ein Neubau darauf reagieren.
An den historischen Ansichten des Quartiers erkennt man die vielschichtige
Lesbarkeit der Fassaden. Zunächst gibt es eine grobe Einteilungsmöglichkeit
in die drei Elemente Sockel, Mittelbau und Dach. Diese
sind eindeutig ablesbar. Der Sockel ist durch sein Material, seine Konstruktion
und seine großen Eingangsportale von den oberen Geschossen
zu unterscheiden. Die Wohngeschosse lassen sich einerseits durch die
Erker gliedern. Andererseits lässt die Einteilung aber auch großflächige
Bereiche aus vertikal und horizontal ausgerichteten Elementen erkennen,
die sich aus den einzelnen Fenstern zusammensetzen. Betrachtet
man die Fenster genauer, definieren sich diese aus der Öffnung an sich
und einer Ausschmückung, die die Fenster größer wirken lässt und sie
untereinander verbindet. Mehrere Maßstäbe sind durch die gesamte
Großform und den Blick auf das Detail wahrnehmbar.